FROG U!


Da fragt man sich doch, ob die Patienten im Bettenhochhaus der Charité überhaupt noch etwas sehen. Seit rund einem Jahr bedecken Riesen-Werbeplakate die Westfassade. Nicht nur, dass ich mir um das Wohlergehen der Patienten Sorgen mache, die vermeindlich ohne Tageslicht genesen sollen, auch mir ist es unangenehm diesem riesen Webeungetüm bei einer sonnigen S-Bahnfahrt nicht zu übersehen ist.
Die Grünen-Politikerin Heidi Kosche hat sich von den Lichtverhältnissen im Inneren des Bettenhauses selbst überzeugt: “Ich habe wie durch einen Nebel aus dem Fenster geschaut. Sechs Menschen haben sich im vergangenen Jahr bei mir über die Zustände beschwert. Man müsse Kosten und Nutzen gegeneinander abwägen, sagt Katrin Markau, eine Mitarbeiterin der Patientenbeauftragten: Schließlich ist es ja auch im Interesse der Patienten, wenn die Charité renoviert wird. Ohne die Werbung könne sich das Krankenhaus die Arbeiten nicht leisten, haben Vertreter der Charité Markau gegenüber zu Bedenken gegeben.” (Tagesspiegel vom 08.02.2008)
Die Erfahrung, dass Werbung den Blick vernebelt, kann man auch bei der Nutzung von BVG-Bussen erleben. Allerdings sind, bei allen gut gemeinten Forderungen nach werbefreien Innenstädten, die Kosten für öffentliche Verkehrsmittel ein schlagkräftiges Gegenargument. Ich frage mich, wer einer Preiserhöhung bei der BVG für eine werbefreie Fahrt zustimmen würde?
Hier ist Kreativität gefragt! Wer immernoch etwas Mitspracherecht haben möchte wo und wann man mit Werbung konfrontiert werden möchte, muss sich nach Alternativen umsehen. Sky Movies zum Beispiel macht Werbung für keine Werbung. Und ich bin mir sicher das der ein oder andere von uns noch bessere Ideen zu diesem Thema hat

Am vergangenen Samstag fand am Alex in Berlin eine Aktion statt, die ganz dem L.A.S.E.R. Tag -Projekt vom Graffiti Research Lab ähnelte. Laut eines Veranstalters handelte es sich um eine Aktion von Lucky Strike, die für ein Event im ewerk werben wollten. Schade, dass innovative Ideen gleich wieder für kommerzielle Zwecke missbraucht werden müssen, vor allem, wenn man sie bewusst nicht dafür macht hat. Dies zeugt auch von wenig Kreativität, wenn man mit Ideen anderer versucht auf sich aufmerksam zu machen.
Und wer es auch mal ausprobieren möchte, um seiner Geburtstagsparty einen besonderen Kick zu verpassen, der findet hier eine Anleitung zum Nachmachen!