Monday, June 18, 2007

ADC ist in die Jahre gekommen

Was hat uns eigentlich bislang der Art Directors Club für Deutschland (ADC) E.V. gebracht? Unzählige Auszeichnungen? Eine bessere Ausbildung? Schöne Partys?

In einer Pressemitteilung vom 26.05.2003 verkündete der ADC ein Hochschulranking und fand nebenbei heraus, dass unter Studierenden, Lehrenden und Agenturrepräsentanten große Unzufriedenheit mit der Kreativausbildung in Deutschland herrschte. Alle drei Gruppen eint die Feststellung, dass der Bezug zur Berufspraxis während des Studiums stärker ausgebaut werden soll. Und? - Fragen Sie sich? 2003 ist schon lange her. Geändert hat sich nichts. Die Unzufriedenheit ist geblieben.

„Es wird viel geredet und zu wenig getan. Und unter den Lehrenden herrscht häufig mangelnde Qualifikation, zu wenig Praxisnähe und eine zu schlaffe Grundeinstellung.“Dieser Satz hätte von mir sein können - stammt aber auch vom ADC. Da fragt man sich, was der magenta leuchtende Stern am Designer-Himmel eigentlich so für einen Sinn hat. Will er von da oben etwas für seine kleinen Studenten tun? Will er grimmig zu Professoren sagen, tut was? Oder ist er einfach nur da, damit man sich in seinem leuchtenden Glanze sonnen kann?

Nun, 4 Jahre danach hat sich was getan. Studenten atmet auf. Jetzt gibt es die ADC-Praktikanten-Garantie. Ein Heft (so uninteressant gestaltet, dass es hier gar nicht gezeigt werden darf), welches garantieren soll, dass bestimmte Grundkenntnisse im Praktikum vermittelt werden. Na zumindest hat man schon mal erkannt, dass es so etwas wie Grundkenntnisse gibt. Schade, dass sich die “Top-Kreativen aus dem Mitgliederforum des ADC” nicht auf weitere Grundelemente einer Gestaltungslehre einigen können, die über ein Praktikumsstadium hinaus gehen. Obwohl sie oft selber lehren und nebenbei in Ihren Agenturen hübsche Sachen machen.

Keine Frage, die Spezies Gestaltungs-Student ist keines Wegs weniger unschuldig. Die Zahl derer, die sich und ihr Studium als “ich bin hip und gestalte ein bisschen” ansehen, ist leider nicht gering.

“Die Förderung kreativen Nachwuchses ist eines der zentralen Anliegen des ADC. Mit (…) der  Veröffentlichung des Hochschulrankings und der Auszeichnungen „ADC-Kreativhochschule des Jahres“ und „ADC-Professor des Jahres“ will das Kreativforum zur intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema beitragen.”

Danke ADC - Vielleicht ändert sich deshalb nichts.

 

Posted by G.F.F. at 21:40:37 | Permalink | Comments (3)

Monday, June 11, 2007

Die Gestalterische Fortschritts Fraktion

Die Gestalterische Fortschritts Fraktion (GFF) ist eine Gruppe junger Aktivisten künstlerischer und gestalterischer Herkunft, gegründet am 09.11.2005. Austragungsorte ihrer Aktionen sind der öffentliche Raum sowie diverse Designinstitutionen mit dem Ziel, mehr „Freiraum für Gestaltung“ zu schaffen.

Es soll eine innovative, kreative und richtungweisende Art der Gestaltung entwickelt und praktiziert werden. Zum einen wird durch Aktionen auf  Missstände in der Gestaltungslehre, der Gestaltungsindustrie und auf die Verantwortung bei der Gestaltung von Kommunikations-Medien gegenüber der Gesellschaft, hingewiesen. Zum anderen wird ein Gestaltungsprozess erarbeitet und stetig verbessert, der einen Kreativprozess erlaubt, welcher vor wirtschaftlichem Druck geschützt wird.

Zu den Vorbildern zählen die linken Künstlerkollektive der 1960er und 70er Jahre in Italien und Frankreich, unter anderem die Gruppe Grapus. Arbeitsweisen und die Eigenart, die Arbeiten nur mit dem Namen der Gruppe und nicht des einzelnen Gestalters zu kennzeichnen sind übernommene Stilmittel. Aber auch der “russische Konstruktivismus” und ihre Vordenke prägen die temperamentvollen Arbeiten. Diese zeichnen sich auch durch den Hang zu auffallenden Farben, sowie durch eine Kommunikation zwischen dem gestalteten Objekt und den ihm umgebenden Raum aus. Ziele sind neue Impulse und andere Fragestellungen, sowie ein Aufsprengen verkrusteter Ideale. Durch den Eiter der Gesellschaft. Wir suchen und finden Antworten zur Gestaltung selbst, zur Methodik einer Schule für Kommunikationsdesign und schaffen Verbindungen zu Gesellschaft, Politik und Kultur. Neben den bereits vorhanden, herkömmlichen Darstellungsweisen aus dem Bereich der kommerziellen Werbung gilt es die gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Räume mit eigenen gestalterischen Mitteln für sich zu erobern. Utopisches Gedankengut wird in realistische Aktionen umgesetzt und/oder in Zielen formuliert. Die Notwendigkeit des Denkens wird als Weg beansprucht.

Die GFF sieht einen gestalterischen Fortschritt und neue Impulse in provokanten Arbeiten und ihrer konfrontativen Ideologie und schafft sich ihren kreativen Freiraum.

Vorangegangen Projekte:

Posted by G.F.F. at 21:20:31 | Permalink | No Comments »