Ungeliebte Klimaschützer

Mit dem Thema Klimawandel lässt sich heutzutage gut werben. Und in den Medien wird viel über Strom, Klimawandel und “Rettung der Welt” diskutiert. Da ist es nicht verwunderlich, dass die “Monopol? - Ist das was zum Spielen?” - Energieunternehmen sich das Thema auch zu nutze machen und mit Klimaschutz für ihre
Kernkraftwerke werben. So grenzt es schon fast an Ironie, dass in deutschen Großstädten Plakate mit “Deutschlands ungeliebte Klimaschützer” hängen. Plakate vom Atomkraftwerk Brunsbüttel, im landschaftliche Grün eingebettet. Die Ironie des Schicksals will es, dass dieses Kraftwerke wie auch der Atommeiler Krümmel wegen eines Störfalls vor kurzem geschlossen wurde.
Welche Agentur diese durchaus interessante Idee und Umsetzung gemacht hat, habe ich noch leider nicht herausgefunden. Aber vielleicht weiß ja der ein oder andere von euch mehr. Bei all dem stellt sich mir nur die Frage, welche gesellschaftliche Aufgabe haben Gestalter? Sicherlich keine gering zu schätzende. Wer diese Kampagne gemacht hat, steht auf dem Standpunkt: “Wir vertreten Interessen - egal welche”! Dabei muss man sich im klaren sein, dass die Energiewirtschaft mit den Bürgern dieses Landes spielt und demokratische Entscheidungen (Atomausstieg) nur schwer akzeptieren will. Das man sich diese Kampagne für das “Deutsche Atomforum” nicht groß auf die Fahnen schreibt, ist klar. Kann eine Agentur ausschließlich von sozialverträglicher Werbung leben?
Laut Umweltminister Gabriel nicht. “Dabei hätten sie doch Geld genug, argumentiert der Umweltminister (…) Wenn sie weiterhin keine Investionen vernähmen und seine Klimaschutzziele nicht erreicht werden könne, dann könne er bei der Europäischen Union auch die Befreiung großer deutscher Energieunternehmen von der Ökosteuer nicht mehr rechtfertigen.” ( FAZ, 01.06.07, Nr 26). Da scheint dann die “Rettung der Welt” durch die Energiemonopolisten doch eher eine große Werbeblase und die Agenturen müssen sich ihrer Verantwortung bewusst sein.